Forum der Ausbildungsträger einer Therapie mit dem Pferd
Seit jeher geht es in menschlichen Systemen um Kommunikation und Beziehungsgestaltung. Ob in der Familie, in einer Gemeinde oder im Staat – überall muss versucht werden, sich ergebende Spannungen zu lösen. An Lösungsmodellen gibt es viele Varianten: von Streit und Krieg über Machtspiele bis hin zu „diplomatischen“ und/oder psychologischen Lösungsversuchen.
Seit psychologische Überlegungen in Kommunikationssysteme Eingang gefunden haben, wird vermehrt versucht, die Gegenseite zu verstehen, ihren Argumenten mit Wertschätzung zu begegnen und unterschiedliche Verstehenszugänge sowie deren konstruktive Kritik an der eigenen Sache als Bereicherung anzunehmen.
Im FATP („Forum der Ausbildungsträger einer Therapie mit dem Pferd“) haben sich folgende Verbände aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen:
Diese sechs Verbände bieten in unterschiedlichen Formen und mit verschiedenen Schwerpunkten Zusatzqualifikationen zu einer Therapie mit dem Pferd an. Die von den Mitgliedern des FATP verliehenen Zusatzqualifikationen werden übereinstimmend als Maßnahmen der pädagogischen und/oder psychosozialen Rehabilitation und Entwicklungsförderung mit dem Pferd definiert.
Neben ausbildungsrelevanten Absprachen sind die Verständigung über die berufliche Ethik und eine gemeinsame Außendarstellung wichtige Ziele des FATP.
Die beruflichen Voraussetzungen zur Aufnahme in die Zusatzqualifikation sind in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung im pädagogischen, psychosozialen und/oder rehabilitativen Bereich. Auf besonderen Antrag und Beschluss können einzelne Träger Ausnahmen genehmigen oder zusätzliche Auflagen zur Kompensation festlegen.
Die Zusatzqualifikation ist zudem an hippologische und reiterliche Voraussetzungen in Theorie und Praxis gebunden, die von den Verbänden definiert werden.
In den Ausbildungskursen werden folgende Inhalte vermittelt:
Unser Ziel ist eine gegenseitige Verständigung, Zusammenarbeit und die Möglichkeit des Austauschs von Referenten in den jeweiligen Aus- und Weiterbildungskursen.
In den verschiedenen Modulen werden Wissen und Fähigkeiten aus dem Grundberuf, der reiterlichen Ausbildung und spezifische Fachinhalte zusammengeführt, um die Teilnehmer auf einen selbstständigen Einsatz für die Therapie mit dem Pferd vorzubereiten.
Alle Ausbildungsträger verlangen während der Ausbildung diverse Praktika unter Anleitung qualifizierter Reitpädagogen oder Reittherapeuten, bei denen die konkrete Umsetzung des theoretischen Wissens im Vordergrund steht. Zudem ist das Verfassen einer Haus- bzw. Abschlussarbeit verpflichtend.
„Im Zeichen einer Internationalisierung von Abschlüssen in einem vereinten Europa und der wachsenden Mobilität von Personen mit der Qualifikation im Therapeutischen Reiten haben sich die Mitglieder des FATP zu einer übergreifenden Kooperation entschlossen. Sie erkennen gegenseitige Abschlüsse anderer Ausbildungsträger im THR für das eigene Land unter Kenntlichmachung der spezifischen individuellen Ausbildungsbedingungen an. Als gemeinsame Kooperationsvereinbarung bietet das FATP eine einheitliche eigene Kennzeichnung auf der Grundlage der jeweiligen verbandstypischen Abschlüsse an.“
In der Geschäftsordnung ist vereinbart, dass sich die Mitglieder regelmäßig austauschen und sich über ihre Ausbildungsvoraussetzungen und -inhalte abstimmen. Das Gremium trifft sich in der Regel einmal jährlich im Rahmen einer Fachtagung. Die Gründungsmitglieder entsenden bis zu drei Delegierte mit einer Stimme pro Verband; Beschlüsse werden nach dem Konsensprinzip gefasst.
Das FATP versteht sich als ein Gremium, das den internationalen Austausch mit anderen Ausbildungsträgern im Therapeutischen Reiten sucht. Über Anträge zur Aufnahme weiterer Verbände entscheiden die Vertreter der Gründungsmitglieder ebenfalls nach dem Konsensprinzip.