Nederlandse Stichting Helpen met Paarden – Equitherapie
 

Die Ausbildung zum Equitherapeuten SHP-E(NL)

AUSBILDUNG & QUALIFIKATION

Die Ausbildung zum Equitherapeuten SHP-E(NL)

“Ganzheitliche, fundierte Zusatzqualifikation für Fachkräfte im pädagogisch-therapeutischen Bereich.”

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Das Konzept der Equitherapie

Das Therapiekonzept von SHP-E(NL) stellt sich als ein ganzheitliches, wohldefiniertes und systematisches Prozessgeschehen dar, in dem – ausgehend von einer Dreiecksbeziehung zwischen Therapeut, Klient und Pferd – ziel- und methodenorientiert operiert wird. Dem Therapiepferd kommt dabei eine wesentliche Aufgabe zu, die es aufgrund seiner Ausbildung, Haltungsbedingungen und Beziehung zum Therapeuten eigenverantwortlich erfüllen kann.

Ausgehend von den positiven Ressourcen des Klienten wird ihm in einer sicheren, gut strukturierten und anregenden Dreieckssituation die Möglichkeit geboten, über den Beziehungs- und Bewegungsdialog mit dem Pferd – unter Begleitung des Therapeuten – neue Erfahrungen zu machen. Diese eröffnen neue Verhaltens- und Erlebensweisen, initiieren Entwicklungsprozesse und ermöglichen einen erfolgreichen Transfer in den pferdelosen Alltag. Das Pferd wirkt in diesem Prozess als wirksamer Katalysator.

SHP-E(NL) bietet Menschen mit einem pädagogisch-therapeutischen, sozialtherapeutischen oder paramedizinischen Grundberuf auf Fachhochschul- und Universitätsniveau die Möglichkeit, ihre bewährten Behandlungsmodelle durch die systematische Einbeziehung des Pferdes zu intensivieren.

Der Titel Equitherapeut SHP-E(NL) und das dazugehörige Logo sind in den Benelux-Ländern rechtlich geschützt.

Das Ausbildungskonzept & mögliche Abschlüsse

Praktische Ausbildung

Die Ausbildung zum Equitherapeuten SHP-E(NL) steht Kandidaten mit primär psychologisch-pädagogischem, therapeutischem und paramedizinischem Berufshintergrund offen, die über eine hippische Qualifikation verfügen oder sich diese während der Ausbildung aneignen. Hierzu bietet SHP-E(NL) einen speziellen Voltigierlehrerkurs in Zusammenarbeit mit der KNHS an.

Auch für Quereinsteiger mit hippischer Berufsausbildung sowie Behindertenreitlehrer (FPG) oder Therapiekoordinatoren in Institutionen gibt es maßgeschneiderte Teilausbildungen.

 

Abhängig von der Grundausbildung sind drei Abschlüsse möglich:

  • Equitherapeut SHP-E(NL) (Vollständige Zusatzausbildung für Fachkräfte mit Grundberuf)
  • Equitherapeutischer Assistent SHP-E(NL) (Für hippische Quereinsteiger mit pädagogischen Grundkenntnissen)
  • Behandlungskoordinator Equitherapie (Für Koordinatoren in Institutionen zur Einführung des Angebots)

Die Gesamtaufwendungen betragen ca. 600 Stunden (inklusive Literaturstudium, hippischem Diplom, Hausarbeiten und Praxisprojekt).

Eignungsvoraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung als Pädagoge, Heilpädagoge, Psychologe, Psychotherapeut, Mediziner, Ergotherapeut, Psychomotoriktherapeut, Sozialpädagoge o.ä.
  • Minimal 2-jährige Berufserfahrung in der Prozessbegleitung mit Klienten.
  • Hippische Ausbildung bzw. Erfahrung (Reiten minimal auf L-Niveau oder Voltigierinstruktor).
  • Teilnahme an einem zweitägigen Einführungsseminar („Kennismakingsworkshop Equitherapie“).
  • Mitgliedschaft bei SHP-E(NL).
  • Positives Intake-Gespräch mit Zulassungstest (Beurteilung der Eignung und Festlegung eventueller Nachschulungen).
  • Akzeptanz durch die Ausbildungskommission.
  • Vorlegen eines rezenten (max. 2 Jahre alten) Erste-Hilfe-Diploms.

Phasen der Ausbildung

Phase 1: Grundkurs Equitherapie

140 Stunden Theorie, praktische Übungen und Selbsterfahrung, begleitet von Literaturstudium, Hausarbeiten und einem Praxisprojekt von 40 Stunden mit kollegialer Intervision und Supervision. Der Grundkurs schließt mit einer Praxisarbeit und einer Zwischenprüfung ab.

Themenschwerpunkte: Pädagogisches/psychotherapeutisches Grundkonzept, Definitionen, Indikationen/Kontraindikationen, nonverbale Kommunikation, Therapeutenverhalten, Sicherheit, Therapieplanung, Dreiecksbeziehung (Therapeut-Klient-Pferd) sowie fundiertes Wissen über die Psyche und artgerechte Haltung des Therapiepferdes.

Ausbildungspraxis

Phase 2: Spezialisierung

Spezialisierungsrichtungen: Heilpädagogische Begleitung, Psychosoziale Begleitung, Entwicklungsförderung, Rehabilitation / kompensatorisches Reiten oder Psychotherapie mit dem Pferd.

Umfasst 140 Kursstunden sowie selbstständiges praktisches Arbeiten (Prozessbegleitung von 10 Therapieeinheiten mit individuellem Praxis- und Supervisionsnachweis).

Registrierung und Zertifizierung als Equitherapeut SHP-E(NL)

Zertifizierung SHP

SHP-E(NL) betreibt ein klares Zertifizierungssystem, um für Klienten, Verweiser und Organisationen Transparenz und Qualitätskontrolle zu sichern. Alle 2 Jahre muss der Therapeut seine Qualifikation (Stalplaquette) verlängern lassen.

Es gibt zwei Formen der Registrierung, die beide das Führen des geschützten Titels und die Verpflichtung zum ethischen Code beinhalten:

 
  • Registrierung: Beinhaltet eine minimale Fortbildung und Praxis im Umfang von 20 Weiterbildungsstunden (z. B. bei vorübergehendem Pausieren der aktiven Praxis).
  • Der zertifizierte Equitherapeut: Muss 42 Weiterbildungsstunden in 2 Jahren nachweisen sowie eine Mindestanzahl an Klienten pro Jahr, regelmäßige Supervision, Intervision und eine gültige Berufshaftpflichtversicherung.