Die Herausforderung auf dem Ausbildungsmarkt
Da viele Menschen, die gerne mit Pferden und Menschen zusammenarbeiten möchten, sich berufen fühlen, Reittherapeut zu werden, erscheinen Ausbildungen zum Reittherapeuten auf dem Markt gut positioniert. Viele möchten diesen Weg einschlagen, auch wenn sie weder über einen grundlegenden Fachberuf verfügen, der sie zur Begleitung von Klienten ermächtigt, noch über genügend hippisches Wissen und Erfahrung, um das Pferd sinnvoll in diesen Prozess einzubeziehen.
Daraus folgt, dass auf dem freien Markt auch viele unseriöse oder kurzlebige Ausbildungsangebote zu finden sind. Wie für Klienten ist es auch für Ausbildungswillige oft nicht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine Orientierung an klaren Qualitätskriterien schien und scheint daher dringend erforderlich.
Das „Forum der Ausbildungsträger einer Therapie mit dem Pferd“ (FATP)
Darum haben sich traditionsreiche deutschsprachige Organisationen für therapeutisches Reiten und die niederländische Organisation Helpen met Paarden – Equitherapie im Jahre 2000 zu einem internationalen „Forum der Ausbildungsträger einer Therapie mit dem Pferd“ (FATP) zusammengeschlossen. Es hat die reittherapeutischen Modelle und Ausbildungsrichtlinien im pädagogischen, psychologischen und rehabilitativen Bereich analysiert, verglichen und gemeinsame Qualitätskriterien definiert.
Gemeinsam ist allen Mitgliedern, dass der Therapeut gleichzeitig hippischer Experte ist. Sie setzen auf die Dreiecksbeziehung und den Bewegungsdialog mit und auf dem Pferd als ganzheitliches humanistisches Konzept, das psychomotorische, soziomotorische und kognitive Elemente verknüpft. Das Pferd als Individuum steht dabei im Zentrum, und eine pferdegerechte Unterbringung sowie ein ethischer Code gegenüber Mensch und Tier sind verpflichtend.
So entstand Equitherapie in den Niederlanden
In den 1980er und 1990er Jahren gab es in den Niederlanden – abgesehen vom Behindertenreiten – kaum etablierte Traditionen im Bereich der Psychotherapie und Pädagogik mit dem Pferd. Da die bestehenden Organisationen sich auf den Breiten- und Reha-Sport konzentrieren wollten und die strengeren europäischen Qualitätsstandards nicht übernehmen konnten, beschlossen Dr. Ulrike Thiel und andere Verfechter im Jahr 1999 die Gründung von SHP-E(NL).
Im Jahr 2000 trat SHP-E(NL) als Gründungsmitglied dem FATP bei. Seitdem bildet die Stiftung über das Ausbildungsinstitut HippoCampus Equitherapeuten in den Benelux-Ländern aus, deren Qualifikation den internationalen FATP-Standards voll entspricht. Der Titel und das Logo Equitherapeut (SHP-E(NL)) sind seither in den Benelux-Ländern kollektiv geschützt.
Wer kann Equitherapeut SHP werden?
Während in anderen FATP-Organisationen anfangs fast ausschließlich Pädagogen und Psychologen teilnehmen konnten, öffnete sich SHP im Benelux-Raum für ein breiteres Spektrum an Berufen aus dem pädagogisch-psychologischen, therapeutischen und soziotherapeutischen Bereich auf Fachhochschul- und Universitätsniveau.
Dadurch wurde ein eigenständiges, differenzierteres Modell geschaffen, das mehrere Spezialisierungen umfasst. Das Ziel ist es, bewährte Behandlungsmodelle durch die systematische Einbeziehung des Pferdes zu intensivieren und prozessorientiert anzuwenden.